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Schuljahr 2010/11
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Feuer, Lärm und hohe Temperaturen. Schüler der Haupt- und Realschule Berge besichtigen das Stahlwerk der Georgsmarienhütte GmbH
Feuer, Lärm und hohe Temperaturen. Schüler der Haupt- und Realschule Berge besichtigen das Stahlwerk der Georgsmarienhütte GmbH
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Die Hauptschüler der Klasse 7 der Haupt- und Realschule Berge wollten losgelöst von ihren Chemiebüchern die moderne Stahlproduktion und -verarbeitung erleben. ...
... Diese Möglichkeit, einen Blick auf leistungsfähige Anlagen mit modernster Technik zu werfen, ermöglichte das traditionsreiche Stahlwerk der Georgsmarienhütte GmbH. Nach einer kurzen Einweisung in die Sicherheits-vorschriften des Stahlwerks und ausgestattet mit Schutzkleidung und Schutzbrillen begann die Werksführung in der Schrotthalle. Hier werden täglich knapp 2.000 Tonnen vorsortierter Schrott mit der werkseigenen Eisenbahn angeliefert. Der Schrott bildet die Grundlage für die Stahlproduktion des Stahlwerks und wird im Gleichstrom-Elektrolichtbogenofen eingeschmolzen. Überwältigt von den Ausmaßen des Elektrolichtbogenofens konnten die Schüler den Prozess des Einschmelzens und Abstechens des Stahls mitverfolgen. Ein regelrechtes Feuerwerk war zu bestaunen, als der Lichtbogenofen gezündet wurde. Dabei erklärte die sachkundige Werksführung, bestehend aus Siegfried Gervelmeyer und Martin Gausmann, dass beim Elektrolichtbogenverfahren eine thermische Energie von über 3.000°C am Kopf der Grafit-Elektrode erzeugt wird, die zum Schmelzen des Schrotts führt. Der geschmolzene Stahl wird bis zu 1.600°C heiß. Der Ofen wird rund um die Uhr fast stündlich mit Schrott beladen und verbraucht bei jedem Schmelzprozess Strom in Höhe des täglichen Stromverbrauchs der Stadt Osnabrück und deren angesiedelten Firmen.
Dem Erkundungsdrang der Schüler und dem Weg des Stahls folgend wurde die Werksbesichtigung in die Stranggieß-Anlage fortgeführt. Hier konnten die Schüler erleben, wie der Rohstahl zu festem Stahl gegossen und wie „am laufenden Band“ auf Kundenwunsch in verschiedenen Größen angefertigt wurde. Kalt wurde den Schülern in der Halle nicht, da der Stahl bei diesem Verarbeitungsprozess immer noch Temperaturen von 600°C aufweist. Von der Stranggieß-Anlage geht der Stahl nach einer Abkühlungsphase entweder direkt in den Versand oder wird im Walzwerk und in der Blankstahl-Fertigung weiterverarbeitet.
Neben all diesen Fertigungsprozessen konnten die Schüler auch erfahren, dass das Stahlwerk einen hohen Wert auf Umweltschutz legt. Das Recycling wird bei der Stahlproduktion groß geschrieben. Dabei wird Schrott eingeschmolzen und zu einem hochwertigen Werkstoff weiterverarbeitet, aber auch die anfallende Schlacke wird recycelt, indem sie dem Straßenbau als Untergrundmaterial dient. Riesige Filteranlagen sorgen dafür, dass möglichst wenig Staub in die Luft gelangt. Vor allem wird auf einen geringen Wasser- und Energieverbrauch geachtet, wenn auch für einen Außenstehenden die Energiemengen nicht gering klingen.
Interessant zu hören war auch, dass das über 1.300 Mann starke Unternehmen jährlich 30 jungen Menschen die Möglichkeit bietet, sich in sieben verschiedenen technischen bzw. kaufmännischen Ausbildungsberufen ausbilden zu lassen.
Ein großen Dank ging von der Klasse H7 und den betreuenden Lehrern an Siegfried Gervelmeyer und Martin Gausmann , die den Berger Gästen eine spannende, aufschlussreiche und zugleich heiße Besichtigung im Stahlwerk der Georgsmarienhütte GmbH ermöglicht haben.
by
J. Berelsmann
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last modified
07.11.2010 10:48 Uhr